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Abschied und Neuanfang
Montag, 19. Juli 2010 um 11:54

Das letzte Wort ist geschrieben - die Rohfassung des Romans ist fertig. Jetzt muss er ein paar Tage ruhen, dann mache ich mich an die Überarbeitung. Wie immer fühle ich mich erleichtert, denn ich bin in der Zeit geblieben. Zugleich aber auch irgendwie leer und ein wenig traurig. Drei Monate lang habe ich mit meinen Romanfiguren gelebt, mit ihnen gelitten, sie in aufregende, manchmal tödliche Situationen gebracht, sie daraus wieder errettet und gleichzeitig die Liebesgeschichte wachsen lassen. Daneben viele andere Motive, die sich entwickeln mussten, sich ineinander verschlungen haben und am Ende aufgelöst wurden. Ja, es fällt mir schwer, Abschied zu nehmen. 

Die Realität hat mich allerdings gleich heftig eingeholt. Nicht nur der marode Haushalt, Bügelberge, Schmutzecken, Staub, unerledigte Gartenarbeiten. Das ist normal. Aber auch mein Receiver hat sich gestern verabschiedet - Mist. Gerade jetzt habe ich Lust auf ein paar gemütliche Fernsehabende, die ich mir sonst verkneifen muss. Dazu streikt der Drucker, weil ich Schnepfe im Internet die falschen Patronen bestellt habe. Kommt davon, wenn man so ein Uralt-Modell über die Jahre mitschleift. Dabei arbeitet der Gute eigentlich brav und einwandfrei - wenn er mit den richtigen Patronen gefüttert wird. Sonst noch was? Ach ja - mein Handy steht vor dem Aus. Akku kaputt. 

Die Technik hasst mich. 

Zum Trost kam heute die Nachricht von der Agentur: der übernächste Vertrag ist perfekt. Es wird zeitlich recht eng, aber es muss gehen.

 
Sommer
Dienstag, 29. Juni 2010 um 10:27

Endlich ist der Sommer angekommen - Licht, Wärme, heiterer Himmel und angenehme Kühle am Abend. Die Bauern haben schon Heu gemacht, der Hund ist im Mäuserausch und schnüffelt sich über die abgemähten Wiesen. Zum Glück ist er ein ungeschickter Jäger, Mäuslein findet immer noch einen Nebenausgang. Wenn er sich von seiner Beute ernähren müssen, würde er glatt verhungern.

Die Arbeit am Roman musste für einige Tage unterbrochen werden, um ein Exposé zu überarbeiten - das ist nun erledigt. Der Roman macht Fortschritte, über zwei Drittel sind geschrieben, jetzt müssen die Fäden schön zusammengezurrt werden, damit das letzte Drittel einlöst, was im Laufe der Geschichte angelegt wurde. Bis Ende Juli sollte das Buch geschrieben sein, dann beginne ich, detaillierte Recherchen für den nächsten Historischen Roman anzustellen. Normandie im 13. Jahrhundert, dazu Jerusalem, der Templerorden, die Kreuzfahrerstaaten. Darauf freue ich mich riesig, ein Thema, das mich schon immer begeistert hat.

Einziger Nachteil des wunderschönen, heißen Wetters: wer tagsüber schreibt, dem kleben die Finger an den Tasten fest. 

 

 
Booklover Blues
Mittwoch, 12. Mai 2010 um 19:12

Ach es war einfach wundervoll, so viele liebe Kolleginnen wieder zu treffen, neue kennen zu lernen, die spannenden Vorträge und Lesungen anzuhören und am Abend in den Idsteiner Kneipen zu schwatzen. Es reißt aus dem gewohnten Schreiballtag heraus und tut wohl, man begreift, wie viele Menschen zusammenarbeiten, um ein Buch in die Welt hinaus zu schicken. Verleger, Agenten, Fotografen, Lektoren und nicht zuletzt halt auch wir Autoren sind von der gleichen, verrückten und wundervollen Vision besessen, unseren Lesern immer neue, spannende und anrührende Lektüre zu bieten.

Es fällt richtig schwer, wieder einsam vor der Maschine zu sitzen. Das Exposé ist längst in den Hintergrund gerückt, der neue Roman wurde begonnen. Erstmal das Expo durchgelesen, das ich im vergangenen Jahr zum Verlag geschickt habe und das dort Gefallen fand. Was habe ich damals überhaupt ausgebrütet? Die Geschichte, das Ambiente, die Personen steigen erneut in meiner Vorstellung auf, ich finde wieder Gefallen an ihnen, begeistere mich, zerlege das Expo in einzelne Teile, die Teile in Szenen. Ein Nachmittag geht mit erneuten Recherchen drauf, die Landschaft, die Bekleidung der Zeit, ein wundervoller Artikel über Spielfrauen im Mittelalter, verfasst von einer Musikwissenschaftlerin, helfen mir weiter. Langes Zögern bevor die erste Szene endlich steht - der Anfang ist wichtig. Ein Risiko - ich entschließe mich, die beiden Protagonisten erst relativ spät aufeinander treffen zu lassen. Wird das funktionnieren? Egal - die story und die Figuren haben mich gepackt - die erste Szene ist geschrieben, nun geht es weiter.

 
Booklover Conference in Idstein
Freitag, 07. Mai 2010 um 13:57

Das Exposé wurde termingerecht fertig - nur das Kürzen war wieder einmal ein Problem. Von den ursprünglich 24 Seiten konnte ich letztlich nur eine einzige Seite abspecken. Der Agentur gefällt es trotzdem.

Heute beginnt die Booklover Conference im Idsteiner Hoerhof, ein Treffen von Autoren, Agenten und Verlagsvertretern zum Thema "Liebesromane", das bis Sonntag dauern wird. Habe vorhin schon mit Jeanine Krock, Marietta Gommel und Ednor Mier eine Weile zusammengesessen, geschwatzt und die neusten Nachrichten ausgetauscht. Es ist wunderschön, mit Schreibkollegen zu reden, denn sie kämpfen alle mit den gleichen Problemen und kennen die gleiche Begeisterung für diesen verrückten aber schönen Beruf. Heute Abend wird die Runde vollzählig sein - über sechzig Teilnehmer sind gemeldet.

 
Tiere und Geschichten
Donnerstag, 29. April 2010 um 19:43

Alle Notizzettel liegen jetzt auf meinem Schreibtisch, daneben ein Wirrwarr von Heften, Ordnern und Büchern, in denen ich immer wieder dies oder das nachsehe. Das Exposé entsteht. Die Zusammenfassung des geschichtlichen Hintergrunds ist der langweiligste und umständlichste Teil der Arbeit, ich halte sie aber für wichtig. Jetzt wird der Verlauf der Handlung aus den Stichpunkten auf meinen Zetteln komponiert und die Protagonisten werden lebendig. Immer wieder halte ich inne, stoße auf Schwierigkeiten, lasse mich auf neue Gedanken ein, überlege, wie die story bildhaft und spannend rüberkommt. Manche Szenen sehe ich schon so deutlich vor Augen, dass ich aufpassen muss, mich im Exposé nicht zu verfransen. Es ist zu lang, das merke ich schon jetzt, später werde ich kürzen müssen.

Inzwischen fallen Tierarztkosten haufenweise an. Müssen denn alle meine armen Viecher gleichzeitig tierärztliche Hilfe benötigen? Der Hund leidet an Asthma und braucht eine Desensibilisierung, der Kater wurde schon wieder gebissen, Wunde ist vereitert, Antibiotika müssen gespritzt werden. Und die Hasen brauchen eine Impfung. Ich liebe alle meine Tiere von Herzen - aber mein Tierarzt ist reich.

 
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